26.4.06

Anglizismen

Das ist ein "sophisticateter" Angriff... und das von einer Professorin!

19.4.06

Reisebericht I

Das mit den Reiseberichten ist so eine Sache: Je länger ich damit warte, desto höher werden die Ansprüche, denn wozu braucht der Reisebericht sonst so lange, bis er fertig ist.
Die in den vier Wochen gesammelten Eindrücke sind aber zu vielfältig, als dass ich sie alle beschreiben könnte. Der Reisebericht und die Photos drücken immer nur Teilaspekte der Reise ab, niemals aber können sie einen vollständigen Eindruck vermitteln.
Wir wurden sehr herzlich von Jingwens Eltern empfangen und schon in den ersten Tagen stellte sich heraus, dass das Essen eine wichtige Rolle während unseres Aufenthaltes spielen sollte. Ich wage hier einmal, zu verallgemeinern, da ich bei einer chinesischen Familie zu Gast war und mit ihr lebte.
Es gibt morgens, wie mittags und abends warmes Essen, wobei immer mehrere Mahlzeiten, meist ca. 5-6, auf einzelnen Tellern in der Mitte des Tisches stehen. Jeder hat seine Stäbchen und eine kleine Schüssel und nimmt sich nun das, was er gerne essen möchte von einem der Teller in der Mitte. Die Dinge, die übrig bleiben, wie zum Beispiel Knochen, Schalen und Ingwer kommen einfach auf den Tisch oder auf einen kleinen Teller (der in teureren Restaurants dann regelmässig gewechselt wird, sobald er voll ist).
Merkt jemand am Tisch, dass man eine Speise sehr gerne mag, so wird er ziemlich bald die Teller entsprechend arrangieren, so dass der Weg zu der Speise möglichst kurz ist. Eigentlich immer gibt es eine Suppe, die man mit einem kleinen Löffel in die eigene Schale löffelt und dort etwas auskühlen lässt. Hat man keinen Hunger, so fischt man einfach die Fleisch- oder Gemüsebeilage (war bei uns oft junger Bambus, mmmhmh...) mit den Stäbchen raus und isst sie. Meist gegen Ende der Mahlzeit gibt es noch Wassermelone (auch gelbe Wassermelone!!) und Apfel, jeweils geschnitten und mit einem Zahnstocher, zum nehmen der Stücke. Reis gibt es meistens auch erst gegen Ende der Mahlzeit, wobei ich bis dahin meist schon so satt war, dass ich keinen Reis gegessen habe, was meine Gastgeber gegen Ende meiner Reise dazu veranlasste, zu bemerken, dass ich wenigstens einmal in China auch Reis essen müsse!
Die Speisen haben mir sehr gut geschmeckt und ich habe alles sehr gerne gegessen. Vor allem Krebs, Muscheln und Schrimps waren hervorragend. Aber auch das Lamm- und Rindfleisch waren wunderbar. Dass die Chinesen auch Hund, Katze und anderes Essen scheint landläufige Meinung, kann ich aber nicht bestätigen. Einmal haben wir zufällig in einem Supermarkt getrocknetes Hundefleisch (in Peking) gefunden, wobei man dazu sagen muss, dass das keine Haustiere waren, sondern speziell für diesen Zweck gehaltene Tiere. Insgesamt finde ich es aber mindestens genauso schlimm, eine süsse Kuh, ein Schaf oder ein Huhn zu essen, wie einen Hund, eine Katze oder ein Pferd. (Nur meine persönliche Meinung!) Ratten, Hoden oder ähnliches gab es nie, stattdessen aber Entenzungen, Schildkröte und Entenkopf, wobei ich nicht wusste, dass Entenzungen Knochen enthalten!
Insgesamt habe ich den Eindruck, dass man in China an jeder Ecke etwas zum Essen findet. Seien es gegrillte Spiesse mit Lammfleisch, Tintenfisch oder Rindfleisch oder chinesische Pizza, Feuertopf-Bällchen, Käsefladen und vieles mehr.
Ein sehr beliebtes Getränk in Shanghai ist Milchtee. Wobei der Milchtee mit Zucker etwas gesüsst wird und in den Tee kleine Kügelchen aus Gelatine oder Reismehl (wie schwarze Gummibärchen-Kugeln) kommen, die nach nichts schmecken und über einen dicken Strohalm zusammen mit dem Tee in den Mund gezogen werden. Das erste Mal ist das Gefühl des "Tees mit X" ein bisschen komisch, aber es schmeckte mir dann wunderbar und ich frage mich, warum es das hier noch nicht gibt :-) Die Milchtees gibt es gesüsst, warm oder kalt oder auch als Kiwi-Saft, Wassermelonensaft oder ähnliches, was ebenfalls sehr gut schmeckt (vor allem an heisseren Tagen).
Mein Magen hat gut mitgespielt, wir sind nicht in die ganz schmutzigen Garküchen gegangen, aber durchaus in welche, die das Gesundheitsamt vermutlich sofort schliessen würde (haben darauf geachtet, dass z.B. Fleisch frisch gebraten wurde und die Suppe gekocht hat) und hatten beide am Anfang einen leichten Durchfall (einen Abend lang), der sich aber schnell gelegt hatte und schien es, dass wir essen können, was wir wollten. Vom mongolischen Feuertopf über die Peking-Ente (eine für zwei Personen!), Schildkröte und ähnliche Leckereien.
Ganz abraten kann ich nur von den westlichen Restaurant-Ketten, die Steaks oder Hackfleisch-Leiberln anbieten, da diese mit viel Öl gekocht werden und es nicht gut schmeckt, was auch mit einer gewissen Erwartungshaltung als Europäer gegenüber dem Geschmack dieser Speisen erklärbar ist. Ebenfalls nicht zu empfehlen sind Restaurants, in denen (chinesische) Reisegruppen essen gehen, wir sind im Rahmen unserer Touristenreise durch Yunnan nur in schlechte, billigste und so schmutzige Restaurants gekommen, in denen alle ihre Schälchen vor dem Essen mit Tee ausgespült haben!!
Soweit der erste Teil, im nächsten Teil geht es um Einkaufen in China...

4.4.06

Lijiang

So, am Samstag sind wir nun nach Yunnan gestartet. Entgegen unserer Plaene haben wir eine Pauschalreise gewaehlt, da wir mit Jingwens Eltern zusammen reisen wollen und wir ihnen Hotelsuche und kilometerlanges zu Fuss gehen ersparen wollten. Die Reise ist mit 300 Eur pro Person fuer 6 Tage inkl. Essen, Flug und Hotel guenstig (Sonst haette der Nin- und Rueckflug alleine soviel gekostet.)
Ich bin der einzige "Lao-wei" in unserer Reisegruppe und wurde entsprechend bestaunt und Jingwen, bzw. ihre Eltern wurden neugierig befragt, woher ich denn komme etc. Die Reise stellt sich als typisch chinesische Pauschalreise heraus, das bedeutet, um sechs Uhr morgens aufstehen und auf eine Stunde Besichtigungen kommen ca. eineinhalb Stunden Einkaufstour. Beim Einkaufen kann man sich leider nicht einfach abseilen, weil die entsprechenden Lokalitaeten vorzugsweise in ansonsten menschenleeren und unattraktiven Gebieten liegen...
Inzwischen blenden wir die Touren gekonnt aus und geniessen die unberuehrte Natur von Yunnan. Die Provinz offenbahrt mir ein China, das sehr natuerlich, freundlich sauber und gesund erscheint. Es gibt gruene Waelder, Haenge voller Baeume und die Menschen sind freundlich und sehr sehr gastfreundlich. In Yunnan leben die meisten der 56 Nationen, die in ganz China leben. (ca. 80% Han-Chinesen, die anderen 20% sind 55 andere Nationalitaeten!!) Yunnan erstreckt sich von Xishuanbanna, der Grenzstadt zu Vietnam (wo es wie im Dschungel ist) ueber Kunming, die Blumenstadt, welche nur eine Jahreszeit, den Fruehling, kennt (niedriegste je gemessene Temperatur sind -2 Grad Celsius und hoechste Temperatur waren 30 Grad Celsius) bis nach Lijiang, an der Grenze zu Tibet, wo es alpines Klima gibt.
Ach, es gibt so viel zu erzaehlen, zum Beispiel, dass wir z.Z. in einer fuenf Sterne Villa mit einem Hausmaedchen sitzen, welche unsere Zimmer sauber macht und fuer uns morgens Fruehstueck kocht undwir kostenloses Internet haben oder dass es in Shanghai tatsaechlich keine Heizung gibt und man in den Wohnungen mit dicker Jacke und drei Pullis darunter sitzt, wie man im Jinmao Tower im 85ten Stockwerk mit Blick auf Shanghai isst, man im Moslem-Viertel in Xi'an von einem kleinen Strassenhaendler uebers Ohr gehauen wird und so vieles mehr.
Nun ja, morgen geht es zurueck nach Kunming und von dort aus uebermorgen leider schon wieder zurueck nach Shanghai, ich wuerde gerne noch weiter Richtung Norden, Richtung Tibet, aber Tibet muss leider noch warten :-(

Internet-Zensur in China

Wider Erwarten spuere ich die Internet-Zensur in China. Zum Beispiel kann ich auf mein Weblog nicht zugreifen. Ich kann zwar bloggen, doch das Blog selbst kann ich nicht aufrufen. Ebenso ergeht es jedem, der versucht, "Wikipedia" aufzurufen, die Adresse ist scheinbar tot.
Sonst, zu Web.de und www.blogger.com komme ich, daher kann ich auch bloggen :-)