7.2.06

Karikaturen...

Das wird doch einfach nur hochstilisiert und zeigt doch im Grunde nur, dass im Iran auch dänische Zeitungen gelesen werden.
Ich finde die Aufregung um die Karikaturen total übertrieben. Ja, nach der islamischen Religion ist es verboten, Bilder des Propheten zu erstellen, doch nichtsdestotrotz gab es schon vorher Abbildungen des Propheten, wie dieses Blog (The religious policemen) zeigt. Auch Anti-Katholische Karikaturen sind in Europa nichts neues.
Der Westen schiebt das "Recht auf freie Meinungsäusserung" vor, welches jedoch scheinbar doch nicht so tolerant gegenüber z.B. anti-christlichen Meinungen ist, wie man meinen mag (vgl. Telepolis-Artikel "Karikaturen über Holocaust als Gegenangriff"). Ganz zu schweigen von der nicht erlaubten Meinungsäusserung im Rahmen der Nazi-Literatur.
Ich denke es fordert sehr viel Toleranz, das "Recht auf freie Meinungsäusserung" fordern und vor allem akzeptieren zu können. Toleranz, die viele - aus gutem Grund - nicht bereit sind, zu gewähren. So sind die Beschränkungen in der Meinungsäusserung sinnvoll und werden auch weitestgehend akzeptiert. Leider haben die Betroffenen aus den Einschränkungen nicht gelernt und verwenden die verbliebene Freiheit nicht verantwortungsvoll genug, was wiederum eine weitere Einschränkung der Meinungsfreiheit bedeuten könnte.
Wo ist die Grenze? Wären die Zeitungen genauso bereit gewesen, zum Beispiel Anti-Jüdische Karikaturen auf die Titelseite zu setzen? Wohl kaum. Warum war also die Entscheidung bei den Anti-Islamischen also anders? Scheinbar wollten die Verantwortlichen entweder bewusst provozieren und haben damit wohl den Bogen etwas weit gespannt, oder sie schätzen das Recht auf Anti-Islamische Meinungsäusserung höher als das Recht auf Anti-Jüdische - ebenfalls bedenklich.
Dass diverse Arabische Länder nun diese Karikaturen zum Anlass nehmen, die westliche Toleranz herauszufordern zeigt in meinen Augen nur, wie verblendet und dumm diejenigen sind, die dazu aufrufen. Sie sehen nicht, dass hier die Chance besteht, als intelligenter und überlegener aufzutreten, indem man die Provokation einfach ignoriert und gar nicht erst den Ball annimmt. "Der Klügere gibt nach." sagt schon ein altes Sprichwort und wir haben vielleicht noch einmal die Chance, klüger zu handeln.

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