29.1.05

Wahr oder falsch, oder was?

Gerade höre ich "Tomoyasu Hotei - Believe me I'm a liar". Dabei bin ich so meinen Gedanken nachgehängt und mir ist folgendes aufgefallen: Der Satz "Glaub mir, ich bin ein Lügner." ist irgendwie nicht erfüllbar. Wenn ich der Person glaube, dann denke ich ja, sie sei ein Lügner und kann ihr nicht glauben. Wenn ich ihr aber nicht glaube, dann muss ich annehmen, sie sagt die Warheit, die ja wiederum bedeutet, dass sie ein Lügner ist.
Das Interessante ist nun, dass wir im täglichen Leben mit solchen Widersprüchen umgehen müssen und dies zum Teil noch nicht einmal merken. Wir bekommen zum Teil Anweisungen, die so überhaupt nicht erfüllbar sind. Zum Beispiel hatten wir so einen Fall mit der Ausländerbehörde:
Die sagte, eine Aufenthaltsgenehmigung gibt es nur mit Immatrikulation an der Univeristät. Die Universität stellte sich auf den Standpunkt: "Studentenausweis (Immatrikulation) gibt es nur mit Nachweis einer Aufenthaltsgenehmigung." Da biss sich die Katze sozusagen in den Schwanz und wir standen vor solch einem unlösbaren Problem.
Ebenfalls interessant sind Menschen, die sich auf den Standpunkt stellen: "Das sind philosophische Spielereien!", oder noch schlimmer "Wortspielchen". Sie sehen nicht, dass diese abstrakten Überlegungen durchaus Auswirkungen auf unsere konkrete Welt hat. (Nicht nur bei der Ausländerbehörde.) Es ist auch schwierig, geistig zu "fassen", dass es Fragen gibt, die objektiv nicht entscheidbar sind.

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